Das Schützenjahr 2000

Februar

Mit einer zwar informativen, aber letztendlich recht unspektakulären Jahreshauptversammlung begann am 18. Februar ein neues Schützenjahr für unsere Bruderschaft. Der Verlauf dieser Versammlung ist dem separat verfassten Protokoll zu entnehmen.

März

Am Sonntag, dem 12. März nahmen einige unserer Offiziere am Einkehrtag des Bezirksverbandes Jülich teil, der mit einer heiligen Messe in der St. Rochus-Kirche Jülich begann und mit einem Gespräch zwischen den Deligierten und dem dortigen Pfarrer Konny Keutmann zu aktuellen Schützenthemen fortgesetzt wurde.

Am Samstag, dem 18. März konnte man im "Haus Pattern" Abordnungen diverser Bruderschaften des Bezirksverbandes Jülich begrüßen, denn dort fand in diesem Jahr der Bezirksprinzenvogelschuss statt. Hieraus ging unter anderem unser amtierender Jungschützenprinz Dennis Rennett als Sieger und damit zukünftiger Bezirksprinz hervor.

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Schützenfest wurde schließlich am 26. März mit dem Vogelschuss gelegt. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst in der Niedermerzer Pfarrkirche zog man unter den Klängen des Spielmannszuges "Blau-Weiß" Pattern zum "Haus Pattern", wo sich im Laufe des Vormittages auch zahlreiche inaktive Mitglieder, Vertreter befreundeter Bruderschaften und andere Schaulustige einfanden. Nach einer kurzen Begrüßung durch Brudermeister Höppener begann man mit dem Kampf um die Schülerprinzenwürde. Hier lieferten sich die Jüngsten der Bruderschaft ein spannendes Rennen, das Sascha Kück mit dem 51. Schuss für sich entscheiden konnte.

Mangels Bewerber musste man auf das Ausschießen des Jungschützenprinzen verzichten und kam so bereits zum sehnsüchtig erwarteten Wettbewerb um die Königswürde. Nach den Ehrenschüssen von Altkönig Theo Frings, Präses Pfr. Maqua und Schirmherr Adolf Warnecke waren wie zuvor erwartet wieder bei diversen Schützenbrüdern ernsthafte Absichten zum Erringen der Königswürde zu erkennen. Nach dem 40. Schuss ertönte schließlich lautstarker Jubel aus dem "Haus Pattern", denn durch eine gut platzierte Kugel war es Walter Böttcher gelungen, den Vogel von der Stange zu befördern.

Nach der Entgegennahme vieler herzlicher Gratulationen an den neuen König und das Abholen der neuen Königin Karin, die sich bereits in der Nachbarschaft der Schießstätte befand, gönnte man sich eine kleine Mittagspause. Hier wurde eine köstliche Erbsensuppe, zubereitet von Schützenschwester Otti Tolsma, gereicht, die reißenden Absatz fand. Die Fleischeinlage hierzu war von Schützenbruder Walter Kück großzügig spendiert worden.

Vor einer beachtlichen Zuschauerkulisse trat am Nachmittag das Offizierscorps sowie alte und neue Majestäten im "Haus Pattern" an, wo Brudermeister Freddy Höppener von Herzen kommende Dankesworte für den scheidenden Schülerprinzen Dennis Topp, den Jungschützenprinzen Dennis Rennett und das Königspaar Theo und Margret Frings fand. Auch das Königspaar dankte seinerseits seinem Volk, bevor allen die Insignien abgenommen und an die neuen Majestäten Sascha Kück sowie Walter und Karin Böttcher überreicht wurden. Zum Ab wünschte der Brudermeister den neuen Würdenträgern Gottes Segen und viel Freude in einem hoffentlich unvergesslichen Regentschaftsjahr.

Nachdem man noch einige Stunden in geselliger Runde miteinander verbracht hatte, begab sich der unerschütterliche Rest zum Haus des neuen Königspaares, um dort auch noch den allerletzten Durst zu stillen. Bemerkenswert an dieser Stelle ist, dass mit Walter Böttcher erstmals nach 40 Jahren wieder ein Schützenkönig im kleinsten Aldenhovener Ortsteil Pützdorf beheimatet ist. Dass die Pützdorfer Bevölkerung hierauf besonders stolz war, konnte man in den nächsten Wochen und Monaten durch die herzliche Aufnahme noch oft genug erfahren.

Was auf der Jahreshauptversammlung von Brudermeister Freddy Höppener angeregt worden war, wurde am 28. März Wirklichkeit: Ein eigenständiger Jugendvorstand wurde gewählt, der sich fortan in Zusammenarbeit mit dem Hauptvorstand um die Belange der Jungschützen kümmern soll. Hier wurden als Vorsitzende Janin Baumgartner, als Schriftführerin Jennifer Topp und als Kassiererin Nicole Pinell gewählt.

Am 31. März nahmen einige Vertreter unserer Bruderschaft an der Frühjahrsdeligiertentagung teil, die in Aldenhoven stattfand. Neben einigen personellen Veränderungen im Bezirksvorstand bleibt zu erwähnen, dass mit Wilhelm Lieven ein neuer Bezirksbundesmeister gewählt wurde, der das Amt des verstorbenen Theo Klems übernimmt.

Am gleichen Abend vertraten andere Schützenbrüder unsere Bruderschaft wie schon seit vielen Jahren beim Dorfpokalkegeln in Niedermerz.

April

Erst am 30. April trat unsere Bruderschaft wieder offiziell in Erscheinung, als man die Erstkommunionkinder der Pfarre Niedermerz auf ihrem ersten Weg zum Tisch des Herrn begleitete.

Mai

Nun dauerte es auch nicht mehr lange, bis die seit Wochen auf Hochtouren laufenden Vorbereitungen zum bevorstehenden Schützenfest in den Endspurt gingen. Bereits am Freitag vor dem Festwochenende vom 20. bis zum 22. Mai ging es mit den Arbeiten los, wobei es anfangs von der Beteiligung her eher schleppend voranging, was unseren Brudermeister zu der einen oder anderen Panikattacke verleitete. Friedlich vereint traf man sich jedoch an allen Abenden nach getaner Arbeit sowohl bei Schirmherr, König wie auch Prinz, wo man mit festen und flüssigen Köstlichkeiten verwöhnt wurde und es zum Teil bis in die Nachtstunden aushielt. Dass das Bier am Vorabend bestens geschmeckt hatte, konnte das Königspaar am Freitagmorgen unschwer erkennen, als man sich beim Öffnen des Briefkastens einer Unmenge an Flaschenstopfen gegenüber sah.

Nachdem am Freitagnachmittag die letzten Feinheiten erledigt worden waren, konnte das Fest beginnen. Nach dem Erfolg im Jahr 1999 hatte man sich entschlossen, den Auftakt wieder mit einer Jugenddisco im Festzelt zu machen. Leider bei strömendem Regen fanden zunächst wieder nur zögernd die Besucher ins Zelt, doch konnte man sich im Laufe des Abends doch noch über den Zulauf zufrieden zeigen, obwohl man einen Rückgang der Gäste im Vergleich zum Vorjahr nicht übersehen konnte. Die Stimmung an diesem Auftaktabend war gut und ließ einen weiterhin schönen Verlauf des Schützenfestes erahnen.

Am Samstagmorgen wurde den Residenzen wie gewohnt der letzte Schliff gegeben, während das Festzelt von den Schützenfrauen nochmals herausgeputzt wurde. Zur Mittagszeit konnte man sich dann noch einige Stunden der Entspannung gönnen, bevor man sich um 17.45 Uhr auf dem Place d'Albert in Aldenhoven zur Aufstellung des Umzuges traf. Gemeinsam mit den Musikern aus Lohn, Dürboslar und Pattern marschierte man zu Schirmherr Adolf Warnecke, bei dem man herzlich empfangen und mit kühlen Getränken verwöhnt wurde. Mit Adolf Warnecke in den Reihen ging es weiter nach Pützdorf, wo man vom Königspaar ebenfalls hervorragend bewirtet wurde. Vor einer großen Schar von Zuschauern reihte sich das Königspaar ein und man setzte den Umzug fort nach Neu-Pattern, wo man die dritte und nach dem langen Marsch sehnsüchtig erwartete Rast beim Schülerprinzen Sascha Kück einlegen konnte. Nachdem man sich auch hier gestärkt hatte, ging es endlich ins Festzelt, wo sich der Schützen- und Familienabend anschloss, über dessen Besucherzulauf man sich auch in diesem Jahr keinerlei Gedanken machen musste. Wie im Vorjahr sorgte die Tanzkapelle "Come together" für gute Stimmung, die durch das Erklimmen des Tisches durch den Schirmherrn Adolf Warnecke noch gefördert wurde.

Nach einer für die meisten recht kurzen Nacht – auch in Anbetracht des Weckens durch den Patterner Spielmannszug – riefen die Glocken um 8.45 Uhr zum gemeinsamen Kirchgang. In einem andächtigen Gottesdienst – von Pfarrer Maqua zelebriert und vom Niedermerzer Kirchenchor sowie einer vom Schirmherrn als Überraschung verpflichteten Solistin musikalisch gestaltet – wurden die Insignien an die neuen Würdenträger überreicht. Nach der heiligen Messe folgte ein Umzug mit dem Patterner Spielmannszug zurück nach Neu-Pattern, wo am Ehrenmal nach einer kurzen Gedenkrede durch Brudermeister Höppener ein Kranz niedergelegt und das "Lied vom guten Kameraden" vorgetragen wurde.

Hiernach begab man sich ins Festzelt, wo sich ein gewohnt verhalten besuchter, aber von der Stimmung her netter Frühschoppen anschloss. In dessen Verlauf wurden unter anderem Peter Joussen und Arno Baumgartner vom Offiziersanwärter zum Leutnant befördert.

Seit Freitagabend hatte sich der Regen verzogen, doch während des Frühschoppens setzte er mit wachsender Intensität wieder ein. Dennoch traf man sich um 13.45 Uhr in Pützdorf, wo man das Königspaar zum Festzug abholen wollte. Zwar trat man vor dem Königshaus an und spielte die Majestäten in den Festzug ein, doch schon nach hundert Metern war man sich einig, dass an einen Fußmarsch nach Neu-Pattern nicht zu denken war. Unkompliziert und augenblicklich waren diverse Schützenfrauen, inaktive Mitglieder und Nachbarn des Königspaares organisiert, die sämtliche Musiker und Schützen mit ihren Fahrzeugen zurück ins Festzelt beförderten. Hier angekommen war man sich mit den zwischenzeitlich eingetroffenen Gastvereinen einig, zunächst einmal eine Viertelstunde abzuwarten. Als der Regen ein wenig nachließ, beschloss man, auf den Fahnen- und Majestäteneinmarsch zu verzichten und einen verkürzten Festzugweg einzuschlagen. Dies tat man schließlich auch und konnte so den Majestäten zumindest einen kleinen Festzug durch den eigenen Ort ermöglichen. Als der Regen allerdings wieder heftiger zu werden schien, beschlossen die Zugführer, auch ohne Vorbeimarsch wieder zurückzukehren ins Zelt. Hier sprach Brudermeister Höppener einige Worte der Begrüßung und des Dankes zu den Anwesenden. Auch Schirmherr Adolf Warnecke richtete einige kurze, aber merklich von Herzen kommende Worte an die Gäste. Nach dem Deutschlandlied brachten die angereisten Musikvereine noch einige Stücke zu Gehör, während man noch eine Weile in geselliger Runde beisammen saß.

Nun war der große Abend für das Königspaar Walter und Karin Böttcher zum Greifen nah. Nicht in Pützdorf, sondern beim Adjutantenpaar Willi und Marianne Topp hatte man für diesen Abend seine Residenz eingerichtet und empfing ab 19 Uhr das geladene Königsgefolge. Bei inzwischen wieder trockener Witterung marschierten Spielmannszüge und Schützen heran, denen natürlich wieder eine kleine Stärkung gereicht wurde. Vor einer stattlichen Anzahl von Schaulustigen formierte sich das prächtige Gefolge und schlug den Weg zum Festzelt ein, wo für den großen Königsball alles geschmackvoll hergerichtet worden war.

Nach der Begrüßung durch Brudermeister Freddy Höppener richtete auch Schützenkönig Walter Böttcher einige bewegte Worte des Dankes an sein Volk. Nach einigen Ständchen und Gratulationsauftritten hatte man als Showeinlage das bekannte Trompetercorps "Kaafsäck" aus Dürwiß verpflichtet, das dem Publikum mit schwungvollen Rhythmen gute Laune bescherte. Damit verging die Zeit wie im Fluge und schon war es kurz vor Mitternacht – Zeit für den Königswalzer. Walter Kücks liebstes Kind, die Organisation des Königwalzers, klappte wieder wie am Schnürchen und nachdem das Offizierscorps auf dem Parkett Aufstellung genommen hatte, drehte eine bezaubernde Königin Karin Böttcher zunächst mit ihrem König, danach mit einigen Offizieren eine Runde im Walzertakt. Auch nach dem Ausmarsch der Offiziere folgten noch einige frohe Stunden und schon stand der letzte Tag des Schützenfestes 2000 bevor.

Dieser begann wie gewohnt mit einem Dankgottesdienst in der Matthäus-Kapelle, der recht gut besucht war. Nach der Messfeier ging es wieder ins Festzelt, wo sich der traditionelle Familienfrühschoppen anschloss. Musikalisch hervorragend umrahmt wurde dieser Tag von der Kapelle "Slapstick". Wenn auch der Besucherstrom an diesem Morgen längst nicht mehr mit dem der Anfangsjahre verglichen werden kann, so hat die Veranstaltung von ihrer Atmosphäre allerdings nichts eingebüßt. Vor allen Dingen vom jährlich größer werdenden Tisch der Schützenfrauen ging eine unvergleichliche Stimmung aus. Neben der Bekanntgabe der Geldvogelgewinner und der Begrüßung diverser Gäste durch Schützenbruder Klaus Ullrich durfte natürlich auch die Kür eines neuen Maikönigspaares nicht fehlen. Als Nachfolger von Ralf und Jolante Kreft wurden Franz-Josef und Heidi Knipprath präsentiert. Als eher im Hintergrund agierendes inaktives Mitglied, doch seit dem Neubeginn in Neu-Pattern stets dabei, war es dem neuen, allgemein als "Knippi" bekannten, Maikönig in den letzten Jahren desöfteren gelungen, kurz vor der Bekanntgabe des neuen Maikönigs die Toilette aufsuchen oder zu Hause kurz nach dem Rechten sehen zu müssen. Als am frühen Abend die meisten Gäste mit leichter Konditionsschwäche das Weite gesucht hatten und auch Festwirt Karl-Heinz Coen den Zapfhahn umzudrehen beabsichtigte, zeigte sich der kommandierende Hauptmann Willi Topp als Retter in der Not und verlagerte das Geschehen mit den letzten immer noch ausharrenden Gästen kurzerhand in seinen Wintergarten.

Wenn es auch teils aufregende und nervenaufreibende Tage und Wochen waren, die hinter den Organisatoren und Helfern des Schützenfestes lagen, so überwog am Dienstagmorgen trotz des nicht optimalen Schützenfestwetters bei allen die Freude über ein wiederum rundum gelungenes Fest. So kam auch wieder etwas Wehmut auf, als binnen weniger Stunden all das niedergerissen wurde, was in den letzten Tagen in mühevoller Kleinarbeit hergerichtet worden war. Was blieb, war jedoch der Trost, dass man sich auch an diesem Abend noch einmal in froher Runde wiedersehen würde. Ort des Geschehens war wie gewohnt das Haus des Maikönigspaares Knipprath, auf dessen Terrasse man sich bei vorzüglicher Beköstigung wieder einmal bis in die späten Abendstunden wohl fühlen konnte. Als bemerkenswert bleibt festzuhalten, dass es den Schützenbrüdern Schmidt und Berg an allen Tagen des Schützenfestes nicht gelang, die Frage nach dem Zeitpunkt ihrer Heimkehr präzise zu beantworten.

Juni

Nach dem Besuch des Schützenfestes in Schleiden am 4. Juni traf man sich am 13. Juni in der Niedermerzer Kirche. Diesmal jedoch nicht zu einem Gottesdienst, sondern zum Ausräumen der Innenausstattung. Nach jahrelanger Wartezeit war nun der Zeitpunkt gekommen, an dem eine vollständige Innenrestaurierung des altehrwürdigen Gotteshauses in Angriff genommen werden sollte.

Am Sonntag, dem 18. Juni besuchte man bei hochsommerlichen Temperaturen den Festzug und den Königsball des Schützenfestes in Neu-Lohn.

Aufgrund der Renovierungsarbeiten fanden vorübergehend keine Gottesdienste in Niedermerz statt, weshalb unsere Bruderschaft in diesem Jahr auch nicht an einer Fronleichnamsprozession teilnahm.

Das Wochenende vom 23. bis 26. Juni stand ganz im Zeichen des Bezirksbundesfestes, dessen Ausrichter in diesem Jahr die benachbarte St. Sebastianus-Bruderschaft aus Aldenhoven war. Offiziell war man hier beim Festkommers am Freitagabend zugegen, bei dem Geschäftsführer Jürgen Berg für den verhinderten Brudermeister Freddy Höppener die herzlichsten Glückwünsche unserer Bruderschaft überbrachte. Ferner war man natürlich auch beim großen Festzug und beim Königsball dabei. In privater Initiative ließ man sich darüber hinaus auch bei den anderen Programmpunkten zahlreich sehen.

Juli

Bei noch schlechterem Wetter als bei unserem eigenen Schützenfest trat man am 9. Juli in Dürboslar an, wo der Festzug sogar ganz abgesagt werden musste.

August

Um so heißer war es dann jedoch am 13. August, als die neuen Sportplätze des SV Viktoria Pattern und das zugehörige Sportheim offiziell eingeweiht wurden. Dort, wo die Schießsportabteilung unserer Bruderschaft demnächst auch ihre Heimat haben wird, ließen sich die Vertreter unserer Bruderschaft natürlich gerne sehen.

Ein ganzes Wochenende bestehend aus Festen der Bruderschaft stand vom 18. bis 20. August bevor. Am Freitag hatte die Jungschützenabteilung zu ihrem zweiten Sommerfest eingeladen, wobei sich die Jungschützen bereits am Nachmittag im "Haus Pattern" trafen. Am Abend schließlich stieß der Vorstand dazu und durfte bei kühlen Getränken und leckeren Grillspezialitäten zu Gast beim eigenen Nachwuchs sein. Höhepunkt des Abends war jedoch ohne Zweifel eine von den Jungschützen einstudierte Playback-Show, die an Unterhaltungswert kaum zu überbieten war. Nachdem sich die Erwachsenen größtenteils wieder entfernt hatten, schloss sich die gemeinsame Übernachtung der Kinder und das Frühstück am nächsten Morgen an, mit dem das zweite rundum gelungene Sommerfest zu Ende ging.

Am Samstag stand der diesjährige Ausflug des Offizierscorps an. Maßgeblich organisiert von Herbert Jansen traf man sich um die Mittagszeit am "Haus Pattern", wo ein Bus der Firma Rheinbraun bereitstand. Nachdem die zahlreich erschienenen Offiziere Platz genommen hatten, begab man sich in den Tagebau Inden, wo man eine knapp zweistündige, hochinteressante und informative Rundfahrt unternahm. Angesichts der Beschaffenheit des Geländes war es hier von Vorteil, dass man vorher noch keine gemeinsame Mahlzeit zu sich genommen hatte. Nach der Führung unternahm man noch eine kurze Wanderung entlang des Tagebaus von Aldenhoven nach Bourheim, wo man im Landgasthof Hintzen einkehrte. Obwohl hier die Temperatur des sogenannten "kühlen Nass" die der Lufttemperatur merklich überstieg, saß man auf der Terrasse einige Zeit gemütlich beieinander, bevor man sich zum gemeinsamen Abendessen in das Innere der Gaststätte begab. Hier machte sich unser Brudermeister durch das ungewollte Abräumen einer Pokalwand wahrscheinlich unvergessen. Zum Ausklang des Abends saß man in kameradschaftlicher Runde noch so manche Stunde erzählend und auch singend zusammen, wobei besonders das Repertoire des Schützenbruders Marco Muckel und das bis dahin unbekannte, doch äußerst interessante Liedgut unseres Königs Walter Böttcher herausgehoben werden müssen.

"Es war Sonntagnachmittag" – so kann man hier passend fortfahren – stand dann der nächste Termin für die Schützenfamilie an, denn die Schützenfrauen hatten ihre Familien zu einem geselligen Tag mit Grillen sowie Kaffee und Kuchen in das "Haus Pattern" eingeladen. Trotz der vorangegangenen nicht unbedingt erholsamen Tage erlebte man auch hier gemeinsam einen recht gemütlichen Nachmittag.

September

Am übernächsten Wochenende war man gleich einer Doppelbelastung ausgesetzt, denn parallel mit dem Pfarrfest der Pfarre St. Martin Aldenhoven feierte das Feuerwehrkorps Schleiden sein 50-jähriges Bestehen. Während man in Schleiden bereits zum Festkommers am Samstag seine Glückwünsche überbrachte und auch am sonntäglichen Festzug teilnahm, waren Mitglieder unserer Bruderschaft den ganzen Sonntag über auf dem Pfarrfest aktiv. Hier kümmerte man sich vor dem Hintergrund des guten Zwecks gemeinsam mit den Schützenbrüdern aus Aldenhoven um den Ausschank wie um die Zubereitung der Reibekuchen, wobei unser Brudermeister das Bäckertalent seiner Vorfahren grandios unter Beweis stellen konnte.

Am Donnerstag, dem 7. September versammelten sich viele Schützenbrüder in der Matthäus-Kapelle, wo man mit Pfarrer Maqua die Messfeier zum Fest des heiligen Matthäus feierte. Im An daran kehrte man noch in das "Haus Pattern" ein, wo seitens der vier Neu-Patterner Ortsvereine eine Spende in Höhe von DM 2.000,00 an den Förderverein "Hilfe für krebskranke Kinder" übergeben wurde. Diese Spende sollte zunächst helfen, andererseits auch ein Zeichen des Dankes für den gelungenen Neubeginn der Ortsvereine darstellen.

Am Sonntag, dem 10. September besuchte man wie in jedem Jahr die Schlussoktavfeier der Aldenhovener Marienoktav.

Eine Premiere erlebte unsere Bruderschaft dann am Samstag, dem 16. September. Erstmals hatte die vor zwei Jahren gegründete Damen-Schießmannschaft einen Ausflug an die Mosel organisiert und dabei die Freundlichkeit besessen, auch die Männer mit auf die Reise zu nehmen. Bereits um acht Uhr stand der Bus bereit, mit dem man sich nach einer kurzen Begrüßungsansprache von Marianne Topp in Richtung Winningen begab. Natürlich versäumte man es nicht, sich vor Fahrtantritt mit reichlich flüssigem Reiseproviant einzudecken.

In Winningen angekommen, nahm man zunächst an einer zünftigen Weinprobe teil. Nach dem gemeinsamen Mittagessen stand eine ursprünglich zweistündige Moselschifffahrt auf dem Programm. Zunächst bei Kaffee und Kuchen – später wieder bei Wein und Bier – genossen wir die romantische Mosel-Landschaft, während das Wetter immer regnerischer und ungemütlicher wurde. Kurzentschlossen wurde deshalb mit dem Kapitän des Schiffes verhandelt und gegen einen kleinen Aufpreis die Fahrtdauer verdoppelt. Für uns eine willkommene Verlängerung, für den Kapitän aufgrund unseres Umsatzes ein sicher lukratives Zusatzgeschäft.

Nachdem wir das Schiff verlassen hatten, kehrten wir in die Fronhofstuben ein, wo man sich mit einer herzhaften kalten Platte noch einmal stärken konnte. Während anschließend einige die Gelegenheit zum Tanz nutzten, machten sich andere daran, in einer rekordverdächtigen Menschentraube den ganzen Abend in einem offenen Fenster zu verbringen. Wieder andere machten an diesem Abend intensive Bekanntschaft mit Trester, was eine zum Teil umwerfende Wirkung nach sich ziehen sollte. Nicht nur erschöpft vom frühen Beginn dieses Tages entschloss sich der Großteil der Teilnehmer, bereits eine Stunde früher als geplant die Heimreise anzutreten. Nicht bei allen Schützenbrüdern stieß diese Idee auf Zustimmung, doch wurden die angedrohten Austrittsdrohungen glücklicherweise nicht in die Tat umgesetzt. Mit dem üblichen Haltepausen, die eine solche Rückfahrt meistens beinhaltet, kam man nach Mitternacht wieder in Neu-Pattern an, und konnte diesen Ausflug als vollen Erfolg für die Förderung der Kameradschaft betrachten.

Wieder einmal doppelter Einsatz hieß es am Sonntag, dem 24. September für unser Offizierscorps. Zur Herbstkirmes in Niedermerz nahm man morgens an einem Zeltgottesdienst und der anschließenden Gefallenenehrung teil, während man am Nachmittag den Festzug des Freialdenhovener Schützenfestes besuchte. Hier war das Zelt nach dem Umzug ziemlich überfüllt, so dass wir nochmals in Niedermerz vorstellig wurden, wo der Tag mit einem Oktoberfestkonzert einen schönen Abschluss fand.

Oktober

Eine Woche später, am Sonntag, dem 1. Oktober traf man sich wie in jedem Jahr zum Erntedankfest im Weiler Langweiler. Nach der heiligen Messe, die aufgrund der unbeständigen Witterung in der Halle der Familie Breuer stattfand, förderte man noch einige Stunden in netter Atmosphäre die Kameradschaft untereinander wie auch zu anderen Gästen. Die Gelegenheit, wieder etwas frische Luft zu tanken, hatte man am folgenden Tag, an dem das durch die Pfarrgemeinde angeschaffte Gartenhaus an der Matthäus-Kapelle aufgebaut wurde.

Einen Abend der außergewöhnlichen Art erlebte unsere Bruderschaft am Samstag, dem 21. Oktober, als der amtierende Schirmherr Adolf Warnecke in sein Stammlokal, der Gaststätte "Stüffje" eingeladen hatte. Zuvor als einfacher Kameradschaftsabend getarnt, überraschte Adolf Warnecke die Schützenbrüder an diesem Abend mit einer Spende in Höhe von DM 30.000, die in Teilbeträgen zu je DM 5.000,00 pro Jahr an die Bruderschaft ausgezahlt werden soll. Das Schützenleben auf Jahre hin gesichert zu wissen, feierte man auch hier dem Anlass entsprechend bis in die frühen Morgenstunden.

Am Sonntag, dem 29. Oktober stand das Schießen um die Vereinsmeisterschaften unserer Bruderschaft an. Wegen der Renovierung der Niedermerzer Kirche traf man sich diesmal zu einem Gottesdienst in der St.-Ursula-Kirche Dürboslar, um anschließend im "Haus Pattern" in den einzelnen Kategorien gegeneinander anzutreten. Als Sieger gingen hervor bei den Senioren: Marco Muckel vor Freddy Höppener und Jürgen Berg; bei den Damen Silvia Joussen vor Gaby Rennett und Anneliese Haas sowie bei den Schülern Jennifer Topp vor Sascha Kück und Tobias Joussen. Im Freihand-Bereich siegte Stefan Utecht vor Janin Baumgartner und Nicole Pinell; den Pokal um den "König der Könige" errang Willi Tolsma. Nach einem zünftigen Erbsensuppenessen bot es sich am Nachmittag geradezu an, noch nicht nach Hause zu gehen, denn als frischgebackene Schießleiter kehrten Silvia Joussen, Marianne Topp und Walter Kück aus Rheydt zurück. Grund genug, auch mit diesen dreien noch einmal auf die bestandene Prüfung anzustoßen.

November

Was bei der Jahreshauptversammlung angeregt worden war, wurde am 3. November in die Tat umgesetzt. Bei Bier vom Fass und einem Spanferkel hatte man das Offizierscorps der St.-Sebastianus-St.-Josef-Bruderschaft Lohn ins "Haus Pattern" eingeladen und konnte sich so für die Überlassung des Bezirksbundesfestes 2002 erkenntlich zeigen. Nach einem interessanten Schießwettbewerb pflegte man auch hier noch einige Stunden den Kontakt und kam sich in der Hoffnung näher, dass dies nicht das letzte Freundschaftstreffen dieser Art gewesen sein möge.

Wie in den Jahren zuvor zog es am Freitag, dem 10. November anlässlich des Martinszuges wieder wahre Menschenmassen nach Neu-Pattern. Beginnend mit einem Martinsspiel auf dem Vorplatz der Matthäus-Kapelle bewegten sich wieder um die 370 Kinder mit Anhang durch Neu-Patterns Straßen, um nach dem Abbrennen des Martinsfeuers aus der Hand des durch Matthias Jansen verkörperten St. Martin die Tüte mit Martinsgans und Süßigkeiten in Empfang nehmen zu können. Natürlich gönnten sich nach diesem arbeits- aber zugleich erfolgreichen Tag Ausschussmitglieder, Helfer und Freunde noch einige gesellige Stunden im "Haus Pattern".

Gemeinsam mit dem Spielmannszug Pattern und den Reservisten aus Aldenhoven trat man am Sonntag, dem 19. November am Ehrenmal an, wo in einer kleinen Feierstunde durch unseren Ortsvorsteher Herbert Jansen anlässlich des Volkstrauertages ein Kranz niedergelegt wurde.

Dezember

Am 6. Dezember konnte unsere Bruderschaft dann wieder kräftig mitanpacken, als nach vollendeter Renovierung die Kirche in Niedermerz wieder eingeräumt werden konnte. Ohne Übertreibung kann man hier von einer mehr als gelungenen und geschmackvoll abgestimmten Restaurierung sprechen, die das Niedermerzer Gotteshaus mehr noch als zuvor zu einem wahren Schmuckstück werden ließ.

Die Herbstdeligiertenversammlung in Schleiden wurde von einigen Vertretern unserer Bruderschaft am Sonntag, dem 10. Dezember besucht, bevor man sich am Samstag, dem 16. Dezember erstmals wieder in der Niedermerzer Pfarrkirche versammelte. Im Rahmen einer Bischofsvisitation spendete Weihbischof Karl Reger aus Aachen hier über 30 jungen Christen, darunter auch einige unserer Jungschützen, das Sakrament der Firmung.

Januar

Wesentlich unspektakulärer als im Vorjahr vollzog unsere Bruderschaft den Jahreswechsel. Doch bereits am Samstag, dem 6. Januar stand der erste Termin für die Schützenfamilie bevor. Wieder einmal hatte man zum "Gemütlichen Abend" geladen und 120 Schützenschwestern und Schützenbrüder hatten den Weg ins schließlich vollbesetzte "Haus Pattern" gefunden. Nach der Begrüßung durch Brudermeister Höppener und einem guten Abendessen unterhielten uns die Jungschützen und die Frauengemeinschaft mit einigen Auftritten, bevor die Sieger der letzten Vereinsmeisterschaft offiziell geehrt wurden. Abschiednehmen hieß es im Laufe des Abends auch für Adolf Warnecke – zumindest aus dem Amt des Schirmherrn, aus dem er von Brudermeister Höppener mit herzlichen Worten des Dankes und der traditionellen Dachziegel verabschiedet wurde. Als sein Nachfolger wurde der Niedermerzer Gastwirt Willi Sommer vorgestellt und herzlich willkommen geheißen. Bei guter Laune feierte man bis tief in die Nacht hinein. Zwei Schützenschwestern und vier Schützenbrüdern gelang es sogar, nach einem guten Frühstück in dem zum "Schützenhauptquartier" ernannten Wohnzimmer des Kommandanten Willi Topp den gemütlichen Abend mit dem sonntäglichen Frühschoppen zu verbinden.

Mit soviel Elan und Energie in das neue Jahr 2001 zu starten, kann für unsere Bruderschaft nur positiv sein. Mit dem Ausbau des Schießstandes, der seit Oktober 2000 sehenswerte Fortschritte macht, der geplanten Umgestaltung des "Haus Pattern" und dem nun mit großen Schritten auf uns zukommenden Bezirksbundesfest 2002 stehen uns Projekte bevor, die es nicht zulassen, die Hände in den Schoß zu legen und die Arbeit auf einige wenige Schultern zu verteilen.

Zur Information sei noch gesagt, dass im zurückliegenden Jahr neben der Jahreshauptversammlung zehn Vorstands-, zwei Offiziers-, eine Schießleiter- und mehrere Ausschussversammlungen abgehalten wurden, bei denen manches geplant und auf den Weg gebracht wurde. Auch für diese zum Teil im Verborgenen geleistete Arbeit gilt allen ein herzliches Dankeschön und zugleich die Bitte, auch in Zukunft für die Verwirklichung der Ziele unserer Bruderschaft einzutreten.

Dankeschön!