Das Schützenjahr 2008

Februar

Das neue Jahr wurde eingeleitet mit der Jahreshauptversammlung im "Haus Pattern". Zunächst begann man mit einer heiligen Messe in der Pfarrkirche zu Niedermerz. Nach den üblichen Szenerien, wie der Begrüßung durch unseren Brudermeister Freddy Höppener, der auch unter den insgesamt 58 Mitgliedern einige prominente Gäste begrüßen konnte, und dem Totengedenken durch Präses Pfarrer Wilhelm Maqua, konnte man sich den zwölf Tagesordnungspunkten der Versammlung widmen. Zunächst hieß es, die beiden Berichte zur letzten Jahreshauptversammlung und den Jahresrückblick zu verlesen. Da diese doch einen großen Zeitraum in Anspruch nahmen, wollte man sich hier im Vorstand über eine Verbesserung für künftige Versammlungen Gedanken machen. Der Kassenbericht von Franz Mürkens zur Hauptkasse und Norbert Pinell zur Kasse des "Haus Pattern" ergaben ein kleines Minus, das aber angesichts der Jubiläumsfeierlichkeiten noch als erträglich galt. Die Kassenprüfer entlasteten den Vorstand und neue Kassenprüfer wurden gewählt. Anschließend nahm die Versammlung wieder fünf neue Mitglieder in die Bruderschaft auf. Demgegenüber hatte man auch fünf Abgänge zu verzeichnen, sodass man auf Vorjahresniveau verblieb.

In diesem Jahr hieß es unter Punkt 8 dann Neuwahl der ersten Vorstandsgarnitur. Der als Wahlleiter eingesetzte zweite Brudermeister Willi Tolsma dankte zunächst einmal den scheidenden Vorstandsmitgliedern. Anschießend wurde neu gewählt.

Als erstes stand die Wahl des ersten Brudermeisters auf dem Programm. Für dieses wohl wichtigste Amt innerhalb einer Bruderschaft wurde Freddy Höppener zur Wiederwahl vorgeschlagen. Dieser teilte der Versammlung jedoch mit, in Zukunft für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Er hatte das Amt die letzten zwölf Jahre ausgeübt und das nach wohl einhelliger Meinung in bester Manier. Außerdem finde er, dass es nach mehr als 30-jähriger Tätigkeit im Vorstand an der Zeit wäre, den Weg freizumachen für frischen Wind. Selbstverständlich würde er der Bruderschaft auch weiterhin gerne mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Die Versammlung schlug daraufhin Norbert Pinell als neuen ersten Brudermeister vor, nachdem Karl Heinz Buchwald und Herbert Höppener im Falle einer Wahl abgelehnt hatten. Norbert Pinell wurde einstimmig von der Versammlung gewählt und nahm das Amt an. Nach seiner Wahl übernahm er die Versammlungsleitung. Seine ersten Worte sollen hier im Wortlaut niedergeschrieben sein:

"Jetzt ist es passiert!

Jetzt bin ich in ein Amt gewählt worden, das ich nie angestrebt habe. Als Techniker fühle ich mich bei den Zahlen meiner Kasse viel wohler. Viel lieber hätte ich auch hier weiter gearbeitet. Aber nichtsdestotrotz verspreche ich euch, dass ich mich auch in diesem neuen, viel schwierigeren Amt voll einbringen werde und alles tun werde, was in meinen Kräften steht, um die Bruderschaft weiter nach vorne zu bringen."

Ehe man aber in der Tagesordnung fortfahren konnte, war es Norbert Pinell ein besonderes Anliegen, sich bei seinem Vorgänger zu bedanken und er sagte:

"Lieber Freddy, was du bisher für die Bruderschaft getan hast, insbesondere in deiner Zeit als Brudermeister, dafür möchte ich hier einmal ganz herzlich DANKE sagen.

Wie du unsere Bruderschaft geführt und in der Öffentlichkeit präsentiert hast, das verdient eine besondere Anerkennung. Sobald du ans Rednerpult trittst, sei es bei unseren eigenen Festen oder bei unseren Ausgängen, heißt es für alle 'jetzt lohnt es sich, zuzuhören'. Auch erwähnenswert ist, wie du die verschiedenen Charaktere, die es in einer Bruderschaft gibt, durch deine Integrationsfähigkeit immer unter einen Hut bringen konntest. Dein Einsatz im Offizierscorps ist vorbildlich.

Noch einen weiteren Punkt möchte ich hier besonders erwähnen: Wir alle wissen, wie wichtig die Jugend für jeden Verein ist, und das gilt auch für uns. Die Jugend verlangt besondere Aufmerksamkeit, denn ohne sie sind wir ein Auslaufmodell. Wir alle wissen, - du hast es uns immer wieder vorgemacht - dass man auf die Jugendlichen zugehen muss. Und du hast uns immer wieder klargemacht, dass das kein Selbstläufer ist, sondern dass man sich mit deren Fragen und Problemen auseinandersetzen muss.

Ich glaube, ich kann sagen: Die Jugend in unserer Bruderschaft lag und liegt dir besonders am Herzen.

Da wir der Meinung sind, dass wir dich nicht so ohne weiteres aus dem Amt entlassen können, haben wir ein kleines Geschenk besorgt, das dich immer an deine erfolgreiche Zeit als erster Brudermeister erinnern soll. Auch wenn du jetzt nicht mehr in vorderster Reihe stehst, bin ich mir sicher - und das hast du im Vorfeld der Versammlung versprochen - wirst du nicht die Hände in den Schoß legen. Dafür liegt dir unsere Bruderschaft viel zu sehr am Herzen.

Wir haben uns natürlich schon Gedanken gemacht, wie du uns helfen könntest. Die Chroniken - und das wissen die wenigsten hier - hast du so nebenher auch noch geschrieben. Der Vorstand ist daher der Meinung, dass du diese Aufgabe auch weiter erfüllen solltest. Wir würden den Vorstand um einen Posten erweitern - 'den Chronisten'. Wir hätten damit zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Zum einen wissen wir die Chroniken weiter in guten Händen und zum anderen profitieren wir im Vorstand von deiner großen Erfahrung. Daher schlage ich vor, die weiteren Wahlen mit der Wahl des Chronisten zu beginnen."

Da Freddy Höppener bereit war, dieses Amt zu übernehmen, wurde er von der Versammlung einstimmig zum Chronisten gewählt. Er dankte für die Wahl und führte weiterhin aus, dass es ihm schon fast peinlich sei, all diese Wohltaten über sich zu hören. Danke sagte er allen für die Rückendeckung, durch die es leicht gewesen sei, zu arbeiten. Mit den Vorstandskollegen habe er sich prächtig und bestens verstanden. Auch dafür sagte er ihnen einen herzlichen Dank. Dank galt aber auch seinen Kritikern, die nicht immer die Einfachsten gewesen waren. Er war aber froh und dankbar für jedwede Kritik, denn gerade daraus könne man lernen, so seine Ausführungen. Dem neuen ersten Brudermeister gratulierte er ganz herzlich zur Wahl. Mit dieser Wahl hätte die Versammlung das Amt in eine gute Hand gelegt und er sei froh, dass somit der von ihm eingeschlagene Weg ein wenig fortgeführt werden würde. Er schloss mit den Worten:

"Norbert, wenn etwas ist, dann bin ich da."

Da alle weiteren Vorstandsmitglieder sich wieder zur Wahl stellten, wurden auch alle wiedergewählt. So fungieren auch weiterhin

Franz Mürkens als erster Kassierer,
Karl Heinz Buchwald als erster Geschäftsführer,
Willi Topp als erster Beisitzer,
Walter Kück als Organisator
und Hans Rennett als Schießmeister, der von der Versammlung bestätigt wurde.

Für den bis dato nicht besetzten Posten des Schriftführers, wurde von der Versammlung Jürgen Berg vorgeschlagen und bei zwei Enthaltungen gewählt.

Da der neue Brudermeister bisher das Amt des zweiten Kassieres innehatte, musste hierfür ein Nachfolger gewählt werden. Der für dieses Amt vorgeschlagene Herbert Höppener wurde von der Versammlung gewählt und nahm das Amt an.

Man berichtete im neuen Tagesordnungspunkt über den Stand der Vorbereitungen zum neuen Schützenjahr und konnte schon einige Fortschritte erklären. Das Schützenfest steht. Bis auf kleinere Einzelheiten konnte Karl Heinz Buchwald das Thema auf den Punkt bringen.

Zur Schießsportabteilung und zur Jugend erläuterte uns Schießmeister Hans Rennett den Stand der Dinge. Unter anderem konnte er die Vereinsmeister des abgelaufenen Jahres küren und mit einem Ehrenzeichen versehen. Als Vereinsmeister zeichnete er folgende Schützenschwestern und -brüder aus:

Jugend männlich, Luftgewehr stehend: Stephan Kickartz,
Damen I, Luftgewehr stehend: Birgit Pörner,
Damen II, Luftgewehr aufgelegt: Ines Koch,
Damen III, Luftgewehr aufgelegt: Maria Landvogt,
Schützen, Luftgewehr stehend: Sascha Kück,
Altersklasse, Luftgewehr stehend: Peter Joussen,
Altersklasse, Luftgewehr aufgelegt: Herbert Höppener,
Senioren, Luftgewehr aufgelegt: Hans Rennett.

Unter dem Punkt "Verschiedenes" gab es diverse Wortmeldungen:

So wurden sowohl der scheidende als auch der neue Brudermeister von Matthias Vanwersch mit einem Geschenk bedacht. Hans Dohmen, ein inaktives Mitglied der Bruderschaft und gleichzeitig erster Geschäftsführer des Spielmannszuges "Blau-Weiß", teilte der Versammlung mit, es wäre heute ein hervorragender Brudermeister verabschiedet worden. Er sei immer für das Trommlercorps da gewesen und habe dieses stets unterstützt. Dem neuen Brudermeister gratulierte er im Namen des Spielmannzuges recht herzlich und garantierte ihm die gleiche Unterstützung wie Freddy Höppener.

Klaus Ullrich, der amtierende König, meldete sich zu Wort. Auch seine Worte sollen hier einmal festgehalten werden:

"Heute ist das Wort Integrationsfähigkeit gefallen, hierzu kann ich folgendes berichten: 1983 kam ich durch meinen Schwager Hans Dohmen nach Pattern zum SV Viktoria. Auf dem Fußballplatz war ich ein Fremder, doch der erste, der mich ansprach und sich mit mir unterhielt, war Freddy. Ich habe mich sofort wohl gefühlt. Diese Eigenschaft auf Menschen zuzugehen hast du immer in deiner unnachahmlichen Art beibehalten, vielen Dank dafür. Als Vorsitzender des SV Viktoria möchte ich mich bei dir für die Arbeit und Unterstützung, die du der Viktoria hast zukommen lassen, danken."

Es wäre zu viel gesagt, dass um 23:20 Uhr eine historische Versammlung sein Ende nahm, und doch war es schon etwas ereignisreiches, was dort im "Haus Pattern" geschehen war. Unser neuer Brudermeister schloss mit den besten Wünschen an die Gemeinschaft eine harmonische Versammlung. Seinen Wünschen kann man an dieser Stelle nur noch den Wunsch nach Gottes Segen für unseren neuen ersten Mann anhängen. Alle, so konnte man feststellen, standen hinter Norbert und das sollte ihn bei seinem Neuanfang schon den ersten Wind in die Segel blasen. Alles Gute, erster Brudermeister.

März

Am Sonntag, dem 2. März war es dann wieder soweit. Es hieß Antreten zum Königs- und Prinzenvogelschuss. Hierzu traf sich die Schützenfamilie bereits um 9:00 Uhr in der Niedermerzer Kirche, um sich Beistand von ganz oben zu holen. Dem Segen und den guten Worten unseres Herrn folgend machte sich dann ein sehenswerter Pulk an Schützen gegen 10:00 Uhr, mit musikalischer Untermalung des Trommelcorps "Blau-Weiß" Pattern auf den Weg zum "Haus Pattern".

Kaum war man dort angekommen, ging es auch schon los. Man hatte aus den Umständen des letzten Jahres gelernt, denn man ließ sich lange nicht so viel Zeit mit den offiziellen Programmpunkten und kam schnell zur Sache. Nachdem unser Brudermeister Norbert Pinell allen Anwesenden einen herzlichen Gruß entgegengebracht und sich beim Trommelcorps herzlich bedankt hatte, ehrte Schießmeister Hans Rennett zunächst einmal die Vereinsmeister der Schüler des Jahres 2007. Die Jugendlichen freuten sich und waren anschließend sehr motiviert, als es um 11:00 Uhr hieß, dass die Wettkämpfe losgehen würden. Den Start machten, wie jedes Jahr, eben die Schülerschützen. Im Kampf um diese Würde kristallisierten sich drei Anwärter heraus, von denen es letztendlich eine schaffen sollte. Tanja Vanwersch war es schließlich, die den Vogel mit einem gezielten Schuss, es war der 98., niederstreckte. Sie hatte es schon einige Jahre versucht und nun sollte es endlich gelingen, auch sehr zur Freude der beiden anwesenden Eltern Kerstin und Matthias Vanwersch.

Eine kurze Verschnaufpause wurde von der großen Anzahl der im "Haus Pattern" anwesenden Besucher genutzt, der Schülerprinzessin zu gratulieren. Die Nachricht machte schnell auch außerhalb des Hauses die Runde und so trafen nach und nach auch die Großeltern und einige andere Verwandte ein, um sich mit unserer Schülerprinzessin zu freuen.

Im Programm ging es aber weiter und so war als nächstes die Jugend gefragt. Im Wettkampf um die Prinzenwürde lieferten sich drei Konkurrenten einen sehr spannenden, wenn auch nur kurzen Kampf. Es war wirklich der Glücklichere, nämlich Thomas Windisch, der den Vogel mit dem 22. Schuss zu Fall brachte. Es war bei diesem Wettkampf wirklich zu sehen, wie gut unsere Jungschützen es verstanden, mit dem Gewehr umzugehen, denn ein jeder Schuss war auch ein Treffer. Und so erklärte sich auch sehr schnell, dass mit so wenigen Schüssen der Vogel schon seine Segel streichte. Eine nicht minder große Anzahl von Gratulanten stellte sich an, um unserem neuen Prinzen die Ehre zu erweisen und seine Glückwünsche auszusprechen.

Kurz nach dem Mittag gaben sich dann die Königsanwärter die Ehre. Auch hier waren es mehrere Anwärter, die sich um die Würde des neuen Königs von St. Matthäus Pattern bewarben. Dass die Bewerber es ernst meinten und es vor allen Dingen besser als im Vorjahr machen wollten, konnte man schnell erkennen, denn auch hier wurde wirklich gut geschossen. So blieb es nicht aus, dass auch dieser Wettkampf schnell beendet wurde. Nach dem 40. Schuss stand der Gewinner, oder wie unser Präses zu sagen pflegt, der Glücklichere fest. Unser neuer König hieß Peter Joussen. Er wurde nicht nur mit großem Jubel empfangen, sondern ein zum bersten gefülltes "Haus Pattern" stimmte mit unserem Brudermeister einhellig ein, als er den König, aber auch Schülerprinzessin und Prinz hochleben ließ.

Es war schnell 15:00 Uhr geworden, als die Offiziere zur Proklamation der neuen Majestäten antraten. Unser neuer erster Brudermeister Nobert Pinell, der souverän, als hätte er nie etwas anderes gemacht, die Ehrungen vornahm, bedankte sich zunächst bei den drei scheidenden Würdenträgern für das abgelaufene Jahr. Anschließend übergab er das Königssilber und die Prinzenketten an die glücklichen neuen Majestäten, die er auf ein würdevolles und stolzes Jahr einschwor. Er wünschte allen Glück und Gottes Segen und brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass es für alle ein Erlebnis werden würde. Mit dem Dank an alle, die sich für einen so schönen Tag eingesetzt hatten, beschloss er die kleine Feierstunde, nicht aber ohne den Hinweis, dass man für einen gemütlichen Teil noch reichlich Zeit zur Verfügung habe. Dies wurde dann auch wie selbstverständlich von den Anwesenden angenommen und man feierte bei Kaffee und Kuchen, aber auch bei gekühlten Getränken noch einige Stunden miteinander.

Das neue Königspaar Brigitte und Peter Joussen hatte es sich inmitten Ihrer Schar der "Untergebenen" sehr gemütlich gemacht, was beide aber zu späterer Stunde aber nicht abhielt, den Heimweg antreten zu wollen. Dem kam man natürlich und auch selbstverständlich nach. Große Scharen von Anhängern folgten dem Königspaar, um es auf dem Heimweg nicht alleine zu lassen. Da blieb es auch nicht aus, dass es in der neuen Königsresidenz noch einige Stunden recht fröhlich weiterging.

Ein schöner, harmonischer und aus Sicht unserer Bruderschaft richtig erfolgreicher Tag nahm, wie nicht anders zu erwarten war, sein Ende - für den einen ruhig und für den anderen eben anstrengend. Was letztlich das bessere war, bleibt einem jeden zu entscheiden selbst überlassen.

Lasset die Kinder zu mir kommen. So war es dann auch am 30. März in den Pfarren wieder so weit. Allerorts, so auch in unserer Pfarre in Niedermerz wurde das Fest der Ersten Heiligen Kommunion begangen. Es waren acht junge Christen, die an einem kalten, aber trockenen Morgen in Niedermerz aufgerufen waren, am Tisch des Herrn teilzunehmen. Unser Offizierscorps hatte sich eingefunden, um trotz der in der abgelaufenen Nacht auf Sommerzeit umgestellten Uhr, pünktlich unseren Pfarrer Maqua mit den Erstkommunionkindern zur Kirche zu geleiten.

Ein immer wieder erhebender Gottesdienst schloss sich an, während dessen unser Pfarrer die jungen Christen ermunterte, nicht nur an diesem Tag den Weg zum Gottesdienst zu suchen, sondern den Herrn ins Herz einzuschließen. Es wäre zu wünschen, wenn wenigstens bei einigen dieser jungen Menschen dieser Gedanke haften bliebe.

April

Was auf jeden Fall blieb, war ein kalter April und gerade in diesen Monat hinein fiel unser Schützenfest. Noch im vergangenen Jahr war der Monat April der schönste des ganzen Jahres. Dementsprechend optimistisch gingen wir Schützen ans Werk, um uns selbst aber auch den Ort für das bevorstehende Fest vorzubereiten. Bereits Freitag, den 11. April trafen sich viele Offiziere, um die ersten Arbeiten zu verrichten. Konnte man in den vergangenen Jahren beim Schmücken der Ortschaft auf einen Gabelstapler unseres Schützenbruders Hans Dieter Hensen zurückgreifen, so hatte man im abgelaufenen Jahr erfahren müssen, das dies versicherungstechnisch sehr problematisch war, und so entschied man sich, eine neue Methode des Fahnenaufhängens zu wählen. Dies sollte zwar ein wenig längere Zeit in Anspruch nehmen, aber angesichts der Sicherheit unseres Offizierscorps nahm man dies sehr gerne in Kauf. Es lief trotz des neuerlichen Hindernisses recht gut an und bereits am Freitag vor der eigentlichen Arbeitswoche konnte man die ersten Fahnen über die Straßen Neu-Patterns wehen sehen. Auch den Samstag nutzte man um die Arbeiten, die man am Vortag begonnen hatte, fortzusetzen. So konnte man beruhigt am Mittag bei der Lagebesprechung ein Bier trinken und guter Dinge der dann folgenden Woche harren. Der Prinzessinnenvater Matthias Vanwersch hatte die Gunst der Stunde genutzt und einige Schützenoffiziere rekrutiert, um schon einmal Generalprobe abzuhalten. So kehrte er mit den Männern noch an diesem Samstag in den für den gemütlichen Abend bei der Prinzessin hergerichteten Keller ein und verkostete dort bis in die Abendstunden hinein die ersten Köstlichkeiten auf das Wohl der Prinzessin Tanja. Ein Anfang war gemacht.

Die Kirmeswoche begann fürchterlich. Es goss in Strömen und man konnte erst gar nicht mit der Arbeit beginnen. Erst nach einer Stunde Wartezeit hatte der Herrgott ein Einsehen und der Regen ließ ein wenig nach, sodass man doch recht professionell zu Werke gehen konnte. Die Trupps teilten sich fast von alleine auf und so wusste ein jeder, was er letztendlich zu tun hatte. Die eine Gruppe schmückte den Ort und die andere begab sich samt des Königs zu dessen Residenz und erbaute dort schon einmal ein Gerüst, welches dann im Laufe der Woche mit Tannen geschmückt werden sollte. Am ersten Abend kehrte man, zwar ein wenig durchnässt, aber trotzdem zufrieden ob der geleisteten Arbeit zu Ehren der Prinzessin Tanja Vanwersch in die dortige Residenz ein und konnte hier bei der freundlichen Familie ein wenig die Seele baumeln lassen. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt. Das war aber auch bei Familie Vanwersch gar nicht anders zu erwarten. Den zweiten Arbeitstag begann und beschloss man in der Königsresidenz, wo wir von unseren Majestäten Brigitte und Peter Joussen herzlich aufgenommen wurden. Überhaupt war die Königin Gitte sehr um ihre Untertanen besorgt, denn man wurde auch während der Arbeit an der Residenz mit Getränken versorgt und immer waren einige kleinere Leckereien mit im Angebot. Der Mittwoch war der Tag unseres Prinzen Thomas Windisch. Nicht nur, weil er an diesem Abend in seine Residenz eingeladen hatte, sondern weil er vorbildlich die ganzen Tage vorher bereits tatkräftig mit angefasst hatte und keinen Tag und keine Stunde Arbeit ausgelassen hatte. Bevor man sich aber zum zünftigen Beisammensein in das extra dafür errichtete Partyzelt unseres Prinzen begab, musste man auch hier die Residenz ein wenig für das bevorstehende Fest herrichten. Obwohl es sehr kalt war, trafen sich viele Freunde unseres Prinzen und huldigten ihm bis spät in die Nacht. Wer weiß wie spät es noch geworden wäre, wenn nicht der Prinz am anderen Morgen noch beruflich eingespannt gewesen wäre.

Erneut mit sehr viel Regen begann der Donnerstag der Vorbereitung. Man fragte sich, wie man die Arbeit verrichten sollte, aber auch hier hatte unser Herrgott ein Einsehen und der strömende Regen hörte auf. Da etwas später angefangen worden war, musste man etwas schneller arbeiten, denn schließlich wollte man an diesem Abend in der Königsresidenz den Abend zünftig ausklingen lassen. Dies tat man dann auch und so sah man, dass die Mannschaft sehr schnell voran kam und die geplante Arbeit auch fertig stellen konnte. Umso mehr sollte der Abend ein fröhlicher und festlicher Abend bei unseren Majestäten Brigitte und Peter Joussen werden. Die Damen hatten sich bereits eingefunden, als die letzten Herren von getaner Arbeit sich hinzugesellten, um gemeinsam bei Musik und guter Unterhaltung einen wirklich schönen Abend zu erleben. So konnte dann das Schützenfest beginnen.

Der Freitag, der 18. April war geprägt von Vorbereitungen im Festzelt und hier und da noch einige Schönheitskorrekturen, bevor man am Abend dann eigentlich zum Fassanstich kommen sollte. Doch wer fehlte, war unser Festwirt, der vor lauter Arbeit versäumt hatte, für den Fassanstich zu sorgen. Erst die eindringlichen Worte unseres neuen Brudermeisters Norbert, bewegten den schon im Feierabend befindlichen Festwirt Karl Heinz Coen, doch noch das "Fass" aufzumachen.

Es war endlich soweit. Nach dem üblichen Schmücken der Residenzen mit Blumen und einer anschließenden Mittagspause für alle konnten nun endlich unsere Offiziere die Uniform überwerfen und am späten Nachmittag das eigentliche Schützenfest beginnen. Es begann mit der Huldigung des Prinzen. Man versammelte sich am Gut Köttenich. Pünktlich um 18:00 Uhr setzte sich dann ein ansehnlicher Festzug in Bewegung und eröffnete somit das diesjährige Schützenfest. Nachdem man allen Majestäten angemessen gehuldigt hatte und auch durch den Umzug durch unseren Ortsteil alle auf das bevorstehende Schützenfest aufmerksam gemacht hatte, konnte man sich getrost auf den Weg in das Festzelt machen.

Hier war das Festzelt schon sehr gut besucht, was natürlich auch durch einen durchweg guten Kartenvorverkauf zu erwarten gewesen war. Unser neuer Brudermeister Norbert Pinell konnte an diesem Abend einer großen Anzahl von Menschen unsere neuen Majestäten Brigitte und Peter Joussen, Thomas Windisch und Tanja Vanwersch, aber auch die Bezirksprinzessin Katharina Walz vorstellen. Er war in seiner Ansprache überzeugt, dass wir alle einen recht schönen und kurzweiligen Abend verleben würden. Damit sollte er auch recht behalten, denn die eingeladenen Kräfte hielten alle, was sie versprachen und so kam ein jeder auf seine Kosten.

Schon früh am Sonntag, den 20. April hieß es für uns Schützen, Antreten zum Krönungsgottesdienst in der Pfarrkirche zu Niedermerz. Unser Präses Pastor Maqua war sehr gut aufgelegt und konnte während der heiligen Messe die ein oder andere Brücke zum Schützenwesen schlagen. Erneut wurde die Messfeier hervorragend vom Kirchenchor mitgestaltet, sodass unsere Majestäten Königspaar Brigitte und Peter Joussen, Prinz Thomas Windisch mit Bezirksprinzessin Katharina Walz und auch unsere Schülerprinzessin Tanja Vanwersch richtiggehend stolz auf ihre Krönungsmesse sein konnten. Man zog nach der Messe von Niedermerz nach Neu-Pattern zum dortigen Ehrenmal, wo man nach einer großen Ansprache von Norbert Pinell unter den Klängen des guten Kameraden einen Kranz niederlegte. Der anschließende Frühschoppen fiel recht familiär aus, was unseren König dazu veranlasste, die Zeit für eine kurze, sicherlich aber verdiente Erholung zu nutzen.

Kaum hatte man sich versehen, da hieß es auch schon Festzug durch Neu-Pattern. Alle eingeladenen Vereine waren erschienen und so konnte sich ein wirklich sehenswerter Festzug durch den festlich geschmückten Ort machen. In seiner Ansprache dankte unser Brudermeister allen Beteiligten für die Demonstration des Schützenwesens und gab sich der Hoffnung hin, dass es auch weiterhin ein gutes Miteinander geben möge. Er lud alle Anwesenden noch zu der von den Schützenfrauen hervorragend hergerichteten Cafeteria und zu einem harmonischen Verweilen ein.

Der Abend nahte und im Hause Joussen stellten sich so mit und mit die eingeladenen Paare ein, um gemeinsam zum anstehenden Königsball zu gehen. Was dort im Festzelt zu erleben war, konnte man erneut als einen gemütlichen und familiären Königsball bezeichnen.

Ein ganz besonderes Highlight hatten sich die Verantwortlichen des Vereins für diesen Abend einfallen lassen. Neben den Auftritten unserer Schützenfrauen, die wieder einen sagenhaften Auftritt auf die Tanzfläche brachten, und der musikalischen Darbietung der "Jungen Trompeter", die auch absolut zu überzeugen wussten, ehrte der stellvertretende Bezirksbundesmeister Christian Klems aus Welldorf unsere beiden Vorstandsmitglieder Franz Mürkens und Freddy Höppener für ihre langjährige sehr gute Vorstandsarbeit und zeichnete die beiden mit dem St. Sebastianus Ehrenkreuz der historischen Deutschen Schützenbruderschaften aus. Die beiden waren völlig überrascht, denn endlich einmal hatte das Schweigen der Vorständler funktioniert und es war nichts durchgesickert, und so konnte man in überaus freudige und sehr erstaunte Gesichter blicken, als die beiden die Ehrung entgegennahmen. Freddy Höppener bedankte sich, nachdem er einigermaßen die Fassung wiedererlangt hatte im Namen der beiden für die Ihnen entgegengebrachte Ehre und für die sehr schöne Laudatio von Christian Klems, der mit den beiden ja sowieso ein recht freundschaftliches Verhältnis pflegen würde. Er brachte zum Ausdruck, dass eine solche Vereinsarbeit doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit für die beiden Geehrten sei, sagte aber auch, dass man die Ehre gerne dankbar annehmen werde und diese auch mit einer gehörigen Portion Stolz auch öffentlich tragen würde.

Sehr bewegend war die Gratulationsschar, die sich dann spontan anschloss, denn fast das ganze Festzelt stand auf, vorweg, wie selbstverständlich, alle Offiziere unserer Bruderschaft, um den beiden sympathischen Burschen die Hand zu reichen. Dies war eine gelungene Abwechslung eines sehr kurzweiligen Abends, der dann im Königsball seinen Höhepunkt fand. Sowohl unser Königspaar Brigitte und Peter Joussen als auch unser Prinz Thomas Windisch in Begleitung der Bezirksprinzessin Katharina Walz aber auch unsere Schülerprinzessin Tanja Vanwersch genossen es, im Mittelpunkt dieses Ereignisses zu stehen. So durften einige Offiziere mit unserer Königin den Walzer drehen und auch die Majestäten der befreundeten Bruderschaften reihten sich in die tanzende Gesellschaft ein, sodass mit einem tollen Königswalzer der offizielle Teil des Königsballes harmonisch endete.

Wer die Majestäten und deren Gefolge aber kannte, der wusste, dass es so schnell noch kein Ende geben würde, und so kam es, dass die hartgesottenen Feierwilligen bis in den frühen Morgen hinein weitermachten.

Am Montag hieß es dann Dankgottesdienst in der Matthäus-Kapelle. Es fanden sich sehr viele Schützenschwestern und -brüder, aber auch sonstige Gäste ein, die gerne dem von unserem Präses gestalteten Gottesdienst beiwohnten. Pastor Maqua stellte in seiner Predigt noch einmal die Bedeutung des Zusammenhaltens zwischen den Menschen heraus und führte hier die Schützenbruderschaften als ein Instrument dafür an. Er dankte unserem Herrn im Namen der Matthäus-Schützen, dass man auch in diesem Jahr wieder einmal wirklich schön und vor allen Dingen in Harmonie habe zusammen feiern können.

Nach dem Schlusssegen versammelte man sich noch kurz zu einem kleinen Plausch vor der Kapelle, ehe man sich dem Stress eines Schützenfestmontags aussetzte. Unter der Begleitung des Spielmannszuges "Blau-Weiß" Pattern marschierte man Richtung Festzelt um dort dann ausgiebig Ausklang zu feiern.

Die Tanzkapelle spielte erneut gut auf und so wurde es wieder einmal ein einmaliger Frühschoppen. Es war schon üblich, dass unsere Schützenfrauen ihren eigenen Auftritt hatten, natürlich sehr zur Freude der Offiziere und aller Anwesenden. Es wurde richtig getanzt und gelacht und man machte sich einen herrlichen Tag. Selbstverständlich durfte die Auswahl des Maikönigspaares nicht fehlen. Die Wahl fiel an diesem Tag auf Richard Maier mit seiner Gattin. Nach den üblichen Maigesängen und dem Maiwalzer hatte man erneut ein tolles Maikönigspaar inthronisiert.

Einen ganz besonderen Auftritt hatten unsere Fahnenoffiziere, die vor dem Festzelt Aufstellung nahmen und anschließend frech kommandiert durch unseren Hauptmann Jürgen Berg in voller Montur in das Festzelt einmarschierten. Alle, selbst die Verantwortlichen des Vereins schauten sich an, denn keiner wusste so recht, was dieser Aufmarsch zu bedeuten hatte. Es war der verantwortliche Fahnenoffizier Walter Fiedler, der das Wort ergriff und den ehemaligen Brudermeister Freddy Höppener nach vorne zitierte. Völlig irritiert trat dieser vor und durfte sich dann eine Laudatio anhören, die ihm, wie schon mehrfach an diesem Wochenende geschehen, die Tränen in die Augen trieb. Die Fahnenoffiziere bedankten sich bei Freddy Höppener für die in den Jahren seiner Amtszeit stets entgegengebrachten Sympathien und dafür, dass er die Fahnenoffiziere stets als das Aushängeschild des Offizierscorps hingestellt hatte. Sie ernannten ihn zum "Ehrenfahnenoffizier" und überreichten ihm symbolisch eine kleine Fahne als Erinnerung. Voller Stolz nahm Freddy die Fahne entgegen und ließ es sich nicht nehmen, gemeinsam mit dem Fahnencorps auszumarschieren.

Ein nicht enden wollender Frühschoppen dauerte dann bis in den sehr späten Nachmittag ehe man das Schützenfest als beendet ansehen konnte. Schnell waren dienstags der Dorschmuck und der Residenzenschmuck abgebrochen und schon erinnerte nichts mehr an das gerade zu Ende gegangene Schützenfest. Alle Helfer nahmen noch, wie schon seit Jahren üblich, ein gemeinsames Mittagsmahl ein, zu dem sich erfreulicherweise auch immer unser Präses gesellt, und dann ließ man bei einem kleinen Imbiss natürlich beim Maikönigspaar das Fest ausklingen.

Mai

In der Folgezeit wurden standesgemäß die Ausgänge zu unseren befreundeten Bruderschaften getätigt. Zunächst traf man sich beim Schützenfest in Schleiden, wo wir unsere Majestäten am 4. Mai mit einer stattlichen Anzahl von Offizieren begleiteten.

Ein für Insider gerne wahrgenommener Termin ist die Wallfahrt nach Ralshoven. Auch wenn diese Veranstaltung kein offizieller Termin unserer Bruderschaft darstellt, so ist es doch seit vielen Jahren eine Freude zu sehen, dass einige Offiziere nun schon immer wieder den Weg dorthin finden, um gemeinsam mit unserem Präses und den Schützen des Bezirksverbnades eine heilige Messe im Gedenken an unsere Gottesmutter zu feiern. In diesem Jahr fand man sich am 7. Mai in Ralshoven ein.

Zu unseren Freunden aus Neu-lohn begaben wir uns am Sonntag, dem 18. Mai. Hier besuchten wir nicht nur den Festzug sondern auch traditionsgemäß den abendlichen Königsball. Da uns die Freunde aus Lohn besonders ans Herz gewachsen sind, ist es mittlerweile auch Tradition, den Frühschoppen am Montag zu besuchen. Hier fühlen wir uns genauso zu Hause wie auf unserem eigenen Frühschoppen und es gibt bei solchen Gelegenheiten auch das ein oder andere Mal die Möglichkeit, sich über die offiziellen Dingen hinaus etwas näher zu kommen und sich in gemütlicher Runde einmal auszutauschen. Es war in jeder Hinsicht eine starke Abordnung, die unsere Bruderschaft beim Festausklang in Lohn vertrat.

Eine gerne ausgeübte Pflicht erfüllte unsere Bruderschaft am 22. Mai, als man sich um 8:00 Uhr in der Pfarrkirche in Niedermerz zur diesjährigen Fronleichnamsprozession zusammenfand. Sah es noch vor und während der heiligen Messe so aus, dass die Gläubigen wegen der widrigen Wetterverhältnisse sich erst gar nicht auf die Prozession machen konnten, so sorgte unser Herrgott dafür, dass pünktlich zur Prozession der Regen aufhörte und alle Gläubigen sogar trockenen Fußes pilgern konnten und bis zum Schlusssegen in der Kirche auch nicht nass wurden. Zum gemeinsamen Brudermahl trafen sich unsere Offiziere mit Begleitung dann anschließend im Restaurant "Brab", wo man gemeinsam frühstückte und das ein oder andere Schwätzchen abhalten konnte.

Schon am folgenden Wochenende ging es nach Aldenhoven. Hier besuchten wir ebenfalls fast alle Veranstaltungen der Sebastianus Schützenbruderschaft. Leider hatte man in Aldenhoven Pech und der Festzug musste dem Regen zum Opfer fallen, sehr zum Leidwesen aller. Um die Schützenfreunde aus Aldenhoven aber moralisch zu unterstützen, fanden sich erneut sehr viele unserer Offiziere in Begleitung zum abendlichen Königsball ein und standen den gebeutelten Sebastianern zur Seite. Wie schon für das Schützenfest in Lohn, so musste auch für Aldenhoven der ein oder andere Offizier bei seinem Arbeitgeber Urlaub anmelden, damit man den Dankgottesdienst und den sich anschließenden Frühschoppen miterleben konnte.

Juni

Als ein weiterer großer Ausgang ist mittlerweile der Ausgang nach Dürboslar etabliert. Hier ist man offiziell zwar auch lediglich zweimal zu Besuch, doch inoffiziell besucht man mittlerweile alle Tage des dort stattfindenden Schützenfestes. Das erste Mal traten wir zum am Freitag, dem 7. Juni stattfindenden großen Zapfenstreich auf. Zwar besuchte man die Dürboslarer Freunde in Zivil, aber über unser Engagement konnte man sich in Dürboslar nicht beschweren, denn es war nicht zum ersten Mal, dass unsere Schützen bis zum Schluss in Dürboslar aushielten. Sehr stark war auch unsere Abordnung zum sonntäglichen Festzug erschienen und wir gaben ein tolles Bild ab. Gemeinsam mit unseren Majestäten besuchten wir, mittlerweile auch selbstverständlich den Königsball zu Ehren der dortigen Majestäten am Montagabend.

Juli

Mitten in den Sommerferien hieß es dann Antreten zum Bezirksbundesfest des Bezirksverbandes Jülich. Für dieses Jahr war dieses Fest nach Rödingen vergeben worden und so machte man sich am Samstag, dem 20. Juli auf den Weg, um den Festkommers mit anschließendem Großen Zapfenstreich beizuwohnen. War man von der kurzweiligen Vorstellung des Kommers noch recht angetan, so musste man aber beim großen Zapfenstreich eine doch gewiss erwartete Ordnung vermissen.

Ganz schlimm erwischte es die Freunde aus Rödingen. Während man sich am Festsonntagmorgen - wir besuchten mit einigen Schützen den dortigen Krönungsgottesdienst - noch Hoffnung auf ein gutes Gelingen dieses Tages machen konnte, so wurde man zum Festzug regelrecht enttäuscht. Ein regelrechter Dauerregen machte es dem Umzug schwer, seine Ausstrahlung zu entfalten und gerade die Königinnen, die sich allesamt sehr schön gemacht hatten, sollten mit ihren schweren und aufwendig gearbeiteten Kleidern ihre Schwierigkeiten haben. Auch musste man das Auflösen des Festzuges so schnell wie möglich vonstatten gehen lassen, wollte man sich nicht ernsthaft Sorgen um die Gesundheit der Festzugsteilnehmer machen. Schade, denn die Organisation eines solchen Festes hat auch ein anderes und etwas ansprechenderes Äußeres verdient.

August

Es war der vorletzte Tag des Monats August, ein sonniger und sehr schöner Samstag, an dem sich unsere Offiziere zu ihrem alljährlichen Ausflug trafen. Reiseleiter Klaus Ullrich hatte seinen Bruder nebst Bus engagiert und so sollte sich die Gesellschaft aufmachen, um in der Eifel etwas Neues zu erleben. Die Fahrt führte uns nach Heimbach. Sehr gut organisiert trafen wir in Heimbach ein, um dort ein Wassermuseum zu besichtigen. Es waren nicht wenige, die von der Existenz eines solchen Museums erst gar nichts wussten und so erstaunt wie begeistert verfolgte man den Erzählungen der jungen Damen, die uns einiges über das Wasser im Bereich der Eifel erzählten. Nach einer kurzen Rast und einer kleinen Stärkung in Heimbach fuhren wir wieder zurück in die Heimat, um bei Arnold und Manuela Sevenich einzukehren und dort Abschluss zu halten. Die lange Fahrt und ein wenig zu wenig Fußmarsch ließen die Offiziere recht müde wirken und so war nach einem üppigen und sehr bekömmlichen Mahl relativ früh für viele unserer Schützenbrüder Schluss. Natürlich wie nicht anders zu erwarten gab es auch an diesem Tag einen harten Kern, der es noch sehr lange aushielt und noch bis in die späten Abendstunden hinein feierte.

Dass einige Offiziere das Feiern zu sehr übertrieben hatten, konnte man am nächsten Morgen erfahren, denn dann besuchten wir das Patrozinium unserer Pfarrgemeinde St. Johannes in Niedermerz. Es gelang uns zwar, in zweistelliger Zahl am Gottesdienst teilzunehmen, aber eine bessere Besetzung wäre doch wünschenswert gewesen zumal man einer sehr guten und mit Gesang des Kirchenchores untermalten heiligen Messe beiwohnen konnte.

September

Die Gemeinde hatte sich an einer Veranstaltung maßgeblich beteiligt, die von den Anrainergemeinden des Blausteinsees ins Leben gerufen worden war. So kam es in Aldenhoven am 14. September zu einer Großveranstaltung, an der sich unsere Bruderschaft ebenfalls tatkräftig beteiligte. Es wurde der sogenannte "Indetriathlon" durchgeführt, wo viele Sportler aus nah und fern sich in verschiedenen Altersklassen einem klassischen Triatlonwettbewerb stellten. Wir hatten uns zur Aufgabe gemacht, einen Getränke- und Imbissstand zu unterhalten. Dies sollte natürlich auch für uns ein wenig vorteilhaft sein, denn wir konnten zum einen ein wenig Geld einnehmen, aber auf der anderen Seite auch recht gut auf uns aufmerksam machen. Ein Problem war es, genügend Helfer an Land zu ziehen, denn ein Teil der Aktiven hatte sich mit dem Spielmannszug auf dessen Ausflug begeben. Durch die starke Mithilfe unserer Frauen und unserer Jugendlichen war es aber kein Problem, die notwendigen Arbeitskräfte aufzutreiben und man konnte einige Stunden lang einen guten Stand aufrechterhalten.

Trotz der Mehrfachbelastung gelang es unserem Brudermeister Norbert Pinell auch noch für den frühen Abend einige wenn auch wenige Offiziere zu rekrutieren, um an der am gleichen Tag stattfindenden Schlussoktav der Pfarrgemeinde Aldenhoven teilzunehmen.

Es wurde Herbst und unsere Aktivitäten sollten eigentlich in ruhiges Fahrwasser gelangen. Dass dem nicht so ist, dafür sorgten unsere Jugendlichen am Samstag, dem 27. September. Nicht zuletzt wegen des Aufstieges unserer Freihandmannschaft, die ungeschlagen in ihrer Gruppe Meister geworden war, veranstaltete man erneut eine Mini-Playback-Show. Hierzu waren alle Freunde und vor allen Dingen auch Gönner unserer Jugend eingeladen. Dieser Einladung folgte man auch angesichts der erfolgreichen Show vor zwei Jahren gerne, sodass das "Haus Pattern" bis auf den letzten Platz gefüllt war. Was folgte war ein tolles Spektakel, das von den Mädchen und Jungen einfach super inszeniert war. Die volle Hütte stand wieder auf dem Kopf, denn man hatte sich alle Mühe gemacht eine tolle Show aufzuziehen. In der Hoffnung, dass für die Jugend auch etwas Zählbares herausspringen würde, blieben viele Gäste auch entsprechend lange und versuchten auf diese Weise, ein wenig Unterstützung zu geben.

Leider bekam unser Offizierscorps dies am folgenden Tag zu spüren, denn es standen hier die Ausgänge nach Freialdenhoven und Niedermerz an. Es waren erbärmlich wenige Teilnehmer in Freialdenhoven, die unsere Majestäten beim Umzug durch Freialdenhoven begleiteten. Man musste sogar auf das Vorwegmarschieren des Generalstabs vor der Fahne verzichten, um genügend Geleit für unsere Majestäten hinter der Fahne zu haben. Dies war ein trauriges Spektakel und umso enttäuschter sahen sich die Verantwortlichen an. Schlimmer noch war es in Niedermerz. Trotz des Desasters in Freialdenhoven, hatten einige Offiziere es nicht für nötig erachtet, dem Festzug in Niedermerz noch beizuwohnen und nur den zusätzlich hinzustoßenden Jugendlichen, die wegen Aufräumarbeiten den ersten Umzug nicht mitmachen konnten, war es zu verdanken, das man noch eine zählbare Gruppe zusammen bekam.

Oktober

Einen Ausgang der besonderen Art gab es am 4. Oktober zu bewerkstelligen. Dieser nicht ganz offizielle Ausgang führte uns nach Barmen zum dortigen Schützenfest. Unser ehemaliges Mitglied Erwin Jungbluth war bei den Barmener Schützen in diesem Jahr Schützenkönig geworden und so war es uns eine Freude, auf seine Anregung hin ihn beim Königsball zu besuchen. Unsere Abordnung war dort mit einer stattlichen Zahl vertreten und man konnte Annemie und Erwin Jungbluth auch ein kleines Geschenk überreichen.

Gerne hätte man noch den Festumzug am darauf folgenden Sonntag mitgemacht, jedoch hielt uns ein neuerliches Fest, an dem wir alljährlich teilnehmen, von diesem Auftritt ab. Zum 25. Mal hieß es am 5. Oktober Erntedankfest auf dem Weiler Langweiler. Man traf sich morgens, um gemeinsam mit der Pfarrgemeinde Niedermerz den Weiler-Landwirten und mehreren Hundert Gästen den Erntedankgottesdienst zu begehen. Unser Präses zelebrierte unter Mithilfe von Pastor Bergrath den Gottesdienst, wo er unter anderem in seiner Predigt feststellte, dass wir Gott nicht gleichgültig seien und er unsere Mühen sähe und daher bereit wäre uns beizustehen. Er stellte fest, dass man immer und überall Gottes Spuren erkennen könne. Es ist ja schon traditionell, dass alle Schützen sich anschließend gemeinsam an einen Tisch setzen und ein gemeinsames Mittagsmahl zu sich nehmen. Natürlich dürfen dabei auch das Gespräch und die Unterhaltung nicht zu kurz kommen.

Bereits eine Woche später hieß es für unsere Würdenträger Antreten zur Ermittlung der Bezirksmajestäten. Hierzu hatten sich unsere Schülerprinzessin Tanja Vanwersch und unser Jungschützenprinz Thomas Windisch angemeldet. Für unsere Tanja war es am Samstag, dem 11. Oktober soweit. Die Schüler trafen sich um 15:00 Uhr im von unseren Offizieren hergerichteten "Haus Pattern", um ihre neue Majestät zu ermitteln. Die Bedienung hatte hier freundlicher Weise unsere Freihand-Mannschaft übernommen. Unter acht Bewerberinnen und Bewerbern setzte sich unsere Tanja mit dem 37. Schuss durch und holte den Vogel von der Stange. Seit langer Zeit hat unsere Bruderschaft nun wieder einmal eine Bezirksmajestät in dieser Kategorie zu verzeichnen. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute Tanja!

Gratulieren konnte man einen Tag später auch unserem Jungschützenprinzen. Zwar hatte er nicht das Glück, zum rechten Zeitpunkt an der Reihe zu sein und dann den Vogel von der Stange zu holen, aber er war es, der den Vogel auf dem Kleinkalieberschießstand in Broich das Fürchten lehrte und mit seinen erstklassigen Schüssen dem späteren Sieger aus Freialdenhoven den Weg ebnete. Unter sieben Mitbewerbern war Thomas Windisch derjenige, der mit seinem 4. Schuss den Vogel derart lockerte, dass es für den nächsten Schützen nur noch zu Treffen galt, um die Bezirksmajestätenwürde zu erringen. Schade zwar für unseren Thomas, aber angesichts eines hervorragenden Wettkampfes konnte er sehr stolz auf sich und seine Leistung sein. Dies wurde auch von einigen mitgereisten Offizieren kundgetan. Er erhielt an diesem Nachmittag so manches wohlwollende Schulterklopfen.

Der Monat Oktober bringt auch immer wieder für unsere Schützensportler die Wettkämpfe um die Vereinsmeisterschaften. Hierzu hatte Hans Rennett, unser Schießmeister Samstag, den 18. Oktober vorgesehen. Der Besuch begann sehr schleppend und am Nachmittag konnte Hans Rennett feststellen, dass es sich nicht lohnen würde, aus diesen Wettbewerben eine Ganztagesveranstaltung zu machen. Erst am späteren Nachmittag stellten sich die Schützenschwestern und -brüder ein und der Schießstand füllte sich. Man erlebte gute und harmonische Wettkämpfe und es wurden auch recht ordentliche Ergebnisse erzielt. Als Höhepunkt hatte sich unser Schießmeister das Schießen um den Ehrenkönig ausgedacht. Hier stellten sich zehn Bewerber ein, die allesamt dieses Amt gerne bekleidet hätten. Es lag nicht an der Qualität der Schüsse, dass der Vogel nicht fallen wollte, sondern an seinen Ausmaßen, die im Verhältnis zum Abstand zum Kugelfang als zu groß bemessen waren. So kam es, dass die guten Schießergebnisse auch dazu führten, dass der Vogel sich gen Boden wandte, aber der Kugelfang diese Abwärtsbewegung aufhielt. Nach vielen vergeblichen Versuchen das Holz aus dieser Lage zu befreien, einigten sich letztlich die Bewerber, das Schießen einzustellen und den Titel des Ehrenkönigs für das Jahr 2008 nicht zu vergeben. Man diskutierte noch lange und fand im gemütlichen Schankraum des Schießstandes noch kein Ende, sodass die Abteilung Schießsport letztlich doch noch von einer sehr gelungenen Veranstaltung sprechen konnte.

November

Beim Besuch des Ehrenmales am Volkstrauertage zeichnet unsere Bruderschaft schon seit einigen Jahren ein trauriges Bild. Die Teilnahme ist schon fast auf die Offiziellen beschränkt. Es ist eine Schande, dass man von unserer Seite so wenig Mitgefühl für die Verstorbenen der Kriege übrig hat. Es waren der Trommlercorps und die wieder mit angetretenen Freunde der Marinekameradschaft, die das Bild an diesem Novembermorgen abrundeten und den Worten von Bernd Jansen, der auch in diesem Jahr seinen erkrankten Vater vertrat, lauschten.

Januar

Den Jahresabschluss zu feiern, hieß es dann Mitte Januar 2009. Hier hatte die Bruderschaft alle Gönner und Mitglieder eingeladen, gemeinsam zu feiern. Wie üblich, so berichtete unser Geschäftsführer auch in diesem Jahr über sehr schleppende Anmeldezahlen, sodass man sich keine Gedanken zu machen brauchte, ob auch alle Feierwilligen ins "Haus Pattern" passen würden. Doch so einige Zeit nach Anmeldeschluss hatte sich dann doch eine Rekordzahl angemeldet, mit der man nunmehr rechnen musste. Ein Umdisponieren in einen größeren Raum war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich und so musste man mit ca. 120 Personen im "Haus Pattern" zurechtkommen. Vor einer Rekordkulisse konnte Norbert Pinell die Begrüßungsworte sprechen und allen einen harmonischen Abend wünschen. Das wurde dieser gemütliche Abend dann auch. Bei gepflegten Getränken, guter Musik und einigen Auftritten, die uns unsere Jugend entgegenbrachte, erlebten alle Matthäus-Schützen einen kurzweiligen vergnüglichen Abend, der wie immer für einige bis in den frühen Morgen dauerte. Es waren auch hier erneut unsere jugendlichen Erwachsenen, die nicht vor dem Morgengrauen den Heimweg antraten.

Ein gutes Jahr voller Ereignisse mit Führungswechsel, großen Ehrungen und weiteren guten Ansätzen nahm somit sein Ende.