Unser Offizierskorps

"150 Mann un de Fahn vühre draan" - Dieser Refrain aus dem Lied "Schötzefess" der Kölner Gruppe "Bläck Fööss" war und ist für die Bruderschaften in unserer Region reines Wunschdenken. Um Schützenbruderschaften in solchen Größenordnungen zu sehen, muss der Interessierte schon Ausflüge bis in die Neusser oder Mönchengladbacher Gegend unternehmen, wo die Bruderschaften sogar in Kompanien unterteilt sind.

Doch hier wie dort sind die uniformierten Schützen das Herz der Bruderschaft. Durch sie tritt der Verein erst öffentlich in Erscheinung, durch sie macht er auch über die Dorfgrenzen hinaus auf sich aufmerksam.

Entsprechend der damaligen Einwohnerzahl des Örtchens Pattern, welches in Glanzzeiten um die 400 Seelen zählte, präsentierte sich die St. Matthäus-Schützenbruderschaft mit einer verhältnismäßig kleinen Schar von uniformierten Schützen; bis zur Umsiedlung noch ergänzt durch einige Vorstandsmitglieder, die im schwarzen Anzug für ein zahlreicheres Erscheinungsbild Sorge trugen.

Nachdem sich bei der Gründungsversammlung ein Offizierscorps aus sieben Offizieren gebildet hatte, bewegte sich die Zahl der Uniformträger bisweilen zwischen 15 und 20. Freilich verstand man unter "Nachwuchsförderung" nicht das unüberschaubare Freizeitangebot heutiger Tage - nein, wenn Großvater oder Vater in den Schützen waren, dann war es nur eine Frage der Zeit, bis auch der Sprössling mit marschierte. Und wer auch nur einmal vertretungsweise (besonders bei Beerdigungen) eine Uniform getragen hatte, der konnte davon ausgehen, von nun an dem Offizierscorps anzugehören.

Über einen viel zwangloseren Zuwachs konnten sich die Matthäus-Schützen zu Beginn der 70er Jahre freuen. Als eine erfolgreich tätige Schießgruppe ins Leben gerufen wurde, stieg erfreulicherweise auch die Anzahl der uniformierten Schützen an. Neben der damit einhergehenden Verjüngungskur des Offizierscorps endete auch die Tatsache, dass die Mitglieder der Bruderschaft zu einem Großteil den in der Landwirtschaft beheimateten Familien angehörten.

Einen großen Einbruch brachte die bevorstehende Umsiedlung in den 80er Jahren mit sich. Die Bewältigung diverser mit der Umsiedlung in Verbindung stehender Probleme und der frühzeitige Wegzug vieler Familien in alle Himmelsrichtungen ließen die Anzahl der Offiziere merklich schrumpfen. So war man zeitweise glücklich, überhaupt mit einer zweistelligen Zahl an Uniformierten seine Ausgänge absolvieren zu können.

Doch glücklicherweise änderte sich diese Situation schneller als viele von uns gedacht hatten. Fortan war das "Haus Pattern" die neue gute Stube der Bruderschaft, wo sich Alt-Patterner wie auch Zugezogene auf ein Bierchen trafen. Auch bei Patronats- und Umsiedlerfesten kam man ins Gespräch und versuchte, den "Neuen" die Bruderschaft näher zu bringen.

Und siehe da - es funktionierte. Immer mehr derjenigen, die vorher keinerlei Bezug zur Ortschaft Pattern hatten und denen das Schützenwesen vollkommen fremd war, konnten sich für das Bruderschaftsleben begeistern. Auf manchen Jahreshauptversammlungen hatte man sogar zweistellige Aufnahmeanträge zu bearbeiten. Viele dieser Aufgenommenen haben unserer Bruderschaft bis heute die Treue gehalten; einige sind inzwischen stolze Träger einer Uniform geworden und manche sind aus dem Leben unserer Bruderschaft kaum mehr wegzudenken.

Heute präsentiert sich das Offizierscorps unserer Bruderschaft mit einer zuvor nie erreichten Anzahl von 62 Uniformierten.

Das Eintreten für Glaube, Sitte und Heimat sowie die Pflege der Kameradschaft soll für uns alle auch weiterhin oberstes Gebot sein - unabhängig von Alter und Dienstgrad seines Gegenüber.

Apropos Dienstgrad. Von alters her pflegen die Schützenbruderschaften die Verwendung von Dienstgraden in ihren Offizierskorps. So werden auch in unserer Bruderschaft größtenteils die derzeit bei der Bundeswehr gebräuchlichen Dienstgrade verwendet; auch die Rangabzeichen (Schulterstücke) entsprechen den hier praktizierten Vorgaben.

Weiter zur Uniform der St. Matthäus-Schützen gehören neben einem weißen Hemd, einer schwarzen Hose und einer grünen Krawatte mit Schützenemblem eine dunkelgrüne zweireihige Uniformjacke mit Hirschhornknöpfen und evtl. verliehenen Orden, Abzeichen und Schnüren. Die Kopfbedeckung besteht aus einem schwarzen Zweispitzhut mit einem rot-weißen Federbusch (in Anlehnung an den Schutzpatron Matthäus, dessen liturgische Farbe rot ist). Ausnahmen bilden hier der General mit einem vollkommen roten Federbusch, der Schützenkönig mit einem komplett weißen Federbusch und der jeweils kommandierende Hauptmann mit einem grün-weißen Federbusch.

Nachdem in früheren Zeiten den weiblichen Jungschützen mit Erreichen des 18. Lebensjahres der Abschied vom Tragen der Uniform bevorstand, hat hier im Jahr 2004 ein Umdenken stattgefunden. Seitdem werden die jungen Damen ebenfalls mit allen Rechten und Pflichten in das Offizierskorps übernommen. Hiervon machten bislang neun junge Damen Gebrauch und sind inzwischen fester Bestandteil unseres Offizierscorps. Bis auf die fehlende Kopfbedeckung und einer einreihigen Uniformjacke bestehen auch im Erscheinungsbild keinerlei Unterschiede.

Ranghöchster Offizier der Bruderschaft ist der Generalfeldmarschall (zzt. Franz Mürkens). Er vertritt das Offizierskorps gemeinsam mit einem aus der Offiziersversammlung gewählten Vertreter (zzt. Anna Suchowski) im Vorstand. Für die nötige Ordnung sorgen die kommandierenden Hauptmänner (zzt. Willi Topp, Jürgen Berg und Walter Kück).

Unser aktuelles Offizierskorps

Generalfeldmarschall: Franz Mürkens

General: Theo Frings, Freddy Höppener

Oberst: Karl Parting

Major: Herbert Höppener, Norbert Pinell

Hauptmann: Jürgen Berg, Willi Bergrath, Herbert Jansen, Walter Kück, Willi Topp

Oberleutnant: Franz-Bert Beyß, Walter Böttcher, Karl-Heinz Buchwald, Jürgen Frings, Ralf Lieven, Willi Tolsma, Klaus Ullrich

Leutnant: Bert Berbuir, Bernd Jansen, Marcel Höppener, Peter Joussen, Tobias Joussen, Hubert Juchem, Peter Keller, Stephan Kickartz, Hans-Josef Königstein, Sascha Kück, Harald Landvogt, Benedikt Lenzen, Jürgen Lenzen, Guido Pinell, Erich Schmidt, Wilfried Schorn, Petra Suchowski, Stefan Tolsma, Dennis Topp, Jennifer Topp-Kivircik, Matthias Vanwersch, Adolf Warnecke

Offiziersanwärter: Stefan Böttcher, Marco Breuer, Chris Engels, Tobias Engels, Philip Flöhr, Jan Frings, Markus Havertz, Daniel Johnen, Tanja Joschinski, Frank Kickartz, Ricarda Kickartz, Jasmin Kreft, Laura Kreft, Ralf Kreft, Peter Kriescher, Alina Lambertin, Finn Lenzen, Tim Meichsner, Christina Ruhrig-Breuer, Zenon Sikora, Anna Suchowski, Manfred Suchowski, Kai Timmer, Fabian Tolsma